Kindergarten im Kopf

Es gibt so Tage an denen können wir einfach nicht anders, als auf das geistige und humoristische Niveau eines Teenagers zurück zufallen.

So begab es sich heute, dass ich auf der Suche nach Inhalten für meinen Twitter-Account über ein Bild gestolpert bin. Eines von einem Kätzchen, einem recht niedlichen und bettelnden Kätzchen. Theoretisch habe ich nichts gegen Katzen (die Katze meines Nachbarn ist davon ausgenommen) und gegen Kätzchen erst recht nicht. Während ich nun auf dieses Bild starrte, wurde ich dieses Gefühl nicht los dieses Kätzchen schon einmal gesehen zu haben. Nicht irgendein ähnliche Kätzchen sondern genau dieses, jenes, welches!

Mit diesem Gedanken setzte sich ein seltsamer Prozess in Gang. Der Hypothalamus (ein Teil unseres Gehirnes) steuert zahlreiche körperliche und psychische Lebensvorgänge und wird selbst neuronal über das vegetative Nervensystem, teils hormonell über den Blutkreislauf gesteuert. Das bekam ich in diesem Moment auch deutlich zu spüren, denn während sich meine Augen zu einem Schlitz verkleinerten und mein Solarplexus Sperenzien machte, hatte ich das Bedürfnis irgendwas oder irgendjemand oder irgendwen dafür zur Verantwortung zu ziehen.

Was sich in meinem Fall wie folgt bemerkbar gemacht hat:

  1. Gedanke: „Murphy, du bist eine Dumpfbacke!“
  2. Dr. Bing aufrufen und das Wort „bettelndes Kätzchen“ eingeben
  3. Onkel Google aufrufen und auch das Wort „bettelndes Kätzchen“ eingeben
  4. Ergebnisse gegenübergestellt
  5. Dr. Bing aufrufen und das Wort „If Plan A didn’t“ eingeben
  6. Onkel Google aufrufen und auch das Wort „If Plan A didn’t“ eingeben
  7. Ergebnisse gegenübergestellt

Gehirn an Julusch – Fehlfunktion! Julusch? Fehlfunktion! Julusch, bist du noch da?

Der Hypothalamus ging in diesem Moment mal kurz austreten und mein Hirnstamm meldete sich zu Wort. Dieser Hirnstamm, der auch unser ältester und somit vernünftigster sein sollte, verschaltet und verarbeitet eingehende Sinneseindrücke und ausgehende motorische Informationen und ist zudem für elementare und reflexartige Steuermechanismen zuständig.

Was sich in meinem Fall wie folgt bemerkbar gemacht hat:

  1. Reflexartige Steuerung: Recherchiert ob in Ort A derzeit eine Plakatfläche zu mieten ist – ohne zu denken
  2. Reflexartige Steuerung: Ergebnis war negativ
  3. Reflexartige Steuerung: Dr. Bing aufrufen und das Wort „Witze über Badenser“ eingeben – ohne zu denken
  4. Reflexartige Steuerung: Witze lesen und sich kugeln vor Lachen – ohne zu denken
  5. Reflexartige Steuerung: Lieblingswitz auswählen – ohne zu denken
  6. Reflexartige Steuerung: Als Statusmeldung in Whatsapp posten – ohne zu denken
  7. Reflexartige Steuerung: Passendes Bild dazu auswählen – ohne zu denken
  8. Reflexartige Steuerung: Meiner schwäbischen Freundin den Witz auf Facebook stellen, weil sie den Witz sicher ebenfalls wertschätzen wird.

Okay, jetzt fragt ihr euch sicher was ich mit dieser sinnlosen Aufzählung eigentlich bezwecken möchte. Die Frage die ich mir eher stelle ist: „Und was hat mein Verhalten jetzt gebracht?“ Es hat überhaupt gar nichts gebracht. Aber diese sinnfreien Momente haben wir alle mal, wir fallen in unserem Niveau ins bodenlose und freuen uns darüber wie kleine Kinder. Wenn man nur alle Sorgen und Nöte so einfach weglachen könnte. Jedenfalls wurde ich am heutigen Abend von einer höheren Macht dazu gezwungen, meinen Status wieder zu ändern. Was ich auch brav gemacht habe – ich bin ja eine Nette.

Fazit des sinnlosen Ausfluges und Beitrages: Tanzt ruhig mal aus der Reihe und nehmt euer Leben nicht immer so ernst. Wenn möglich macht dieses aber nicht auf Kosten anderer, dann könnt ihr euren Status auch länger stehen lassen. Aber ich hatte wirklich zwei gute Stunden etwas zum Lachen.

Mit einem Zwinkern verabschiede ich mich in die Nacht.

Eure Julusch

4 Gedanken zu “Kindergarten im Kopf

  1. Ich konnte nicht direkt antworten, weil ich soooo lachen musste. Herrlich! Badenser Witze schalten immer den Kindergarten in meinem Kopf ein. Und genau aus diesem Grund spricht mein Lieblingsbadenser (ich kenne auch nur einen) unter anderem nicht mehr mit mir. Hihihihi …

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  2. Sehr sympathischer Artikel! Was wären wir ohne mal „unsere kanppen fünf Minuten“ zu leben? :-)
    Anscheinend magst du ja Badenser Witze (einer war ja im heutigen Artikeln schon versteckt „Spiegel 47/14):

    Ein Schwabe steht vor Gericht, weil er 2 Badener überfahren hat.
    Richter: „Angeklagter, sagen Sie die Wahrheit!“
    Schwabe: „Die Strasse war vereist, mein Wagen ist ins Schleudern gekommen.“
    Richter: „Es ist August, Sie sollen die Wahrheit sagen!“
    Schwabe: „Es hat geregnet und Laub war auf der Strasse.“
    Richter: „Seit Tagen scheint die Sonne, zum letzten mal, die Wahrheit!“
    Schwabe: „Also gut, die Sonne schien, schon von weitem habe ich die Baden-Spacken gesehen, hasserfüllt habe ich auf sie draufgehalten. Der eine ist durch die Frontscheibe, der Andere ist in einen Hauseingang geflogen. Ich bereue nichts!“
    Richter: „Na warum denn nicht gleich so? Den Einen verklagen wir wegen Sachbeschädigung, den Anderen wegen Hausfriedensbruch!“

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  3. Pingback: Spiegel Nummer 47/14 und ich bin überinformiert | Julusch's Blog über die Leichtigkeit des Seins und andere gravierende menschliche Irrtümer

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