Freund oder Feind: Der digitale Messie

Ich habe den freien Tag heute dazu genutzt ein bisschen in anderen Blogs zu stöbern. Dabei kam ich zu einem interessanten Post, der mich zum Nachdenken brachte. In der Kurzfassung: Er regt einen einfach mal dazu an, sein Verhalten in Bezug auf digitale Daten zu hinterfragen.

Meine ganze Familie – und das bis ins letzte Glied –  leidet an einer ausgeprägten „Kitscheritis“. Die Wohnräume sind vollgestopft mit sinnlosem Zeug. Am schlimmsten finde ich ihren Hang zu künstlichen Blumen, die in wirklich fast allen Ecken stehen. Irgendwie wurde mir ein Teil dieser Gene vererbt und so habe ich die ersten 30 Jahre meines Lebens auch gerne mal jeden Quatsch gesammelt und aufgestellt.

In den letzten Jahren und vor allem im vergangenen Jahr, habe ich mich regelrecht erdrückt gefühlt von all meinen Besitztümern. Ich habe angefangen mir wieder Luft zum Atmen zu schaffen und Stück für Stück, von Schublade zu Schublade und von Schrank zu Schrank radikale Ordnung zu schaffen. Wenn nicht mindestens 70 Prozent des Inhaltes entsorgt wurden, war ich nicht glücklich.

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass man beispielsweise seine Andenken schön drapiert und fotografiert und dann weg wirft. Man hebt die Erinnerungen einfach in digitaler Form auf. In unserer heutigen digitalen Zeit sicher nichts ungewöhnliches, aber geht das dann nicht zu weit? Wenn all unsere Gedanken und Erinnerungen auf einer Festplatte schlafen, wird man dann nicht einfach nur zu einem digitalen Messie?

Wie in dem Blog von Dr. Jan Dreher gefragt, bin ich definitiv ein digitaler Messie der höchsten Kategorie. Im Gegensatz zu meiner Wohnstätte, musste auf meinem Rechner vom ersten Tag an Struktur und Ordnung herrschen. Wenn sich auf meinem Desktop mehr als 10 Icons befinden, dann fühle ich mich regelrecht belästigt. Alles ist in x-fachen Ordnern und sauber nach Inhalt abgelegt. Wenn ich mir aber nun vorstelle, dass ich die Briefe, die ich vor 20 Jahren an eine Freundin geschrieben habe löschen muss. Nein, danke!

So, animiert von diesem Text gehe ich mal eine weitere Schublade „leerräumen“ und mache vielleicht noch 1 – 2 Bilder nebenher. Vielen Dank für diese Inspiration und wer sich gerne auch mal inspirieren lassen möchte, findet den gesamten Beitrag hier:

http://psychiatrietogo.de/2014/09/18/bist-du-ein-digitaler-messi-oder-ein-zwanghafter-dateisortierer/

Gruß Julusch

P.S. Liebe Familie, ich bin mir durchaus bewusst, dass ihr gar nichts von meinem Blog wisst. Solltet ihr euch aber doch mal hierher verirren, dann glaubt mir ruhig, dass mal meine Bewunderung für eure neuen Anschaffungen natürlich niemals gespielt war. Und die von euch geschenkten künstlichen Blumen, werden jeden Tag von mir bewundert.

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