Die ischiocrurale Muskulatur

Wochenende! Der Wettermann hat uns zwei schöne Herbsttage versprochen und ich habe fleißig Pläne geschmiedet. Besonders freute ich mich auf den späten Freitagnachmittag. Nach vielen Wochen im Fitness-Studio und nach vielen Wochen teils unbefriedigender Sporteinheiten, war es dann endlich soweit. Der Tag, an dem ich endlich meinen „richtigen“ Trainingsplan bekommen sollte. All die Wochen des ständigen verhandeln und beschweren, sollten auch für meinen Trainer endlich enden.

Der Plan ist der Plan und der Plan

Endlich gibt es einen vernünftigen Plan

Ich fuhr voller Freude ins Studio. Ich war etwas zu spät dran, aber hatte noch einiges vorbereitet was ich nach dem Studio machen wollte. Fast elfengleich und mit wehenden Haaren flog ich also die beiden Treppen ins Studio hoch. Dort stand mein Trainer auch schon mit meinem neuen Plan in der Hand. Also schnell umziehen, aufwärmen und ab geht die Post.

Bevor wir so richtig loslegten erklärte er mir, dass wir leicht anfangen werden. Es würde mich heute etwas fordern, aber wir schauen erstmal wie mein Körper darauf regiert. „Wie jetzt? Warum? Ich mache doch gefühlt seit Wochen nicht genug“, grummelte ich so vor mich hin. Selbst das Aufwärmen beschränkte er auf 10 Minuten. Immerhin sah der Plan erstmalig wirklich voll aus.

Und jetzt kommen wir zur Preisfrage der Woche: Wer oder was ist die ischiocrurale Muskulatur? Wer gibt einen Tipp ab? Wo finden wir sie? In der Nase? Unter dem linken Schulterblatt? Oder doch eher in der Knie- oder Hüftgegend?

Wie ich gelernt habe, ist diese Muskulatur bei gewissen Sportlern besonders gut ausgeprägt. Ich wiederum tendiere nach unsere ersten intensiven Begegnung dazu, die Behauptung aufzustellen, dass sie mir gerade erst jemand in den Körper geschmuggelt hat.

Warning!

Warning!

Während wir uns der Maschine zum Formen der neu gefundenen Muskulatur näherten, vernahm ich die Aussage meines Trainers, dass wir zu Beginn mit null Kilogramm starten. „Null Kilogramm? Jetzt ernsthaft? Und was soll das dann bringen? Können wir nicht wenigstens 2 der 4 Kilogramm nehmen? Nein? Echt nicht? Laaaaaangweilig! Ich darf doch? Juhu!“

Frohen Mutes warf ich mich also bäuchlings auf das Gerät und legte auch direkt mit den ersten 30 Wiederholungen los. Ähm, das war irgendwie extrem unangenehm. Und als ich dann beim zweiten Satz und der 60sten Wiederholung war, ging mir doch tatsächlich die Kraft aus.

Oder etwas einfacher übersetzt: Ein Satz ist immer eine geschlossene Einheit, in der man eine bestimmte Anzahl an wiederkehrenden Bewegungen macht. In dem Fall waren es also 3 Sätze a 30 Wiederholungen. Ich hätte der ischiocrurale Muskulatur ganze 90 mal zeigen müssen, wer der wahre Chef im Haus ist. Das war dann mal nichts. Sei also immer vorsichtig mit dem was du dir wünscht. Das muskuläre ES und ich sind derzeit definitiv nicht im Zustande des Waffenfriedens. Und ich gehe freiwillig runter auf NULL KILOGRAMM!

Wer hat an der Uhr gedreht?

Wer hat an der Uhr gedreht?

Nach drei Stunden wurde ich „entlassen“ und schaffte es nur noch mich jammernd auf der Couch zusammen zu rollen. Alle nachfolgenden Pläne wurden einfach über Bord geworfen. Nach zwei weiteren Stunden fand ich die Kraft noch zu duschen und dann war ich direkt auf dem Weg in Land der Träume. So etwas passiert, wenn man immer den Mund zu voll nimmt.

Mein Resümee dieser Erfahrung ist eindeutig: Auch „nichts“ kann sehr und ich meine auch wirklich sehr wehtun. Und ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann ich das letztmalig so körperlich ausgelaugt war. Am Samstag habe ich dann tatsächlich den Weg ins Studio nicht mehr gefunden. Seltsam! Also lauft nicht allzu unbedarft durch das Leben und habt euch alle lieb. Und vor allem eure ischiocrurale Muskulatur.

Eure Julusch

Und falls es noch jemanden interessiert: In der Tieranatomie werden diese Muskeln auch als Hinterbackenmuskeln bezeichnet. Alles klar?!

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