Jammern auf hohem Niveau oder warum ich so viele Hundewelpen brauche

Ich kenne da jemanden, der jemanden kennt, dessen Cousin einen Nachbarn hat, der wiederum eine Tante hat und der Freund der Freundin der Tante, hat auch eine Schwester und um deren Freund Herr Bär geht es hier.

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Ein Tag im Leben von Herr Bär: Wir stehen auf und starten in den Tag.

Dieser Herr Bär hat durchaus mehrere Punkte in seinem Charakter verankert, die sehr interessant für diesen Beitrag währen. Leider würde es dann für sein Umfeld sehr einfach sein, ihn zu identifizieren. Also beschränke ich diesen Beitrag auf einen einzigen Punkt und führe ihn an anderer Stelle unter einem anderen Pseudonym weiter oder auch nicht.

Wir telefonieren etwa 2 – 3 in der Woche. Je nachdem wo ich gerade bin oder wie er arbeitet. Aber zwei Aussagen sind Woche für Woche, Tag für Tag und Anruf für Anruf immer identisch. Ziemlich wortgetreu läuft es so:

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Ein Tag im Leben von Herr Bär: Herr macht sich schick.

„Hi, was machst du gerade?“
„Ich blogge.“
„Über was schreibst du heute?“
„Dein Geschlechtsteil.“
„Du kennst das doch gar nicht.“
„Doch, vom Hörensagen.“
„Wirklich? Schick mir den Link zu dem Artikel.“
„Den musst du schon suchen.“
„Und wo?“
„Auf meinem Blog. www.julusch.com.“
„Und wo genau dort?“

Die geistig anspruchsvolle Konversation führen wir nun schon seit Wochen. Inzwischen hat er sicher die Beiträge überflogen und geht nicht mehr auf meinen Blog. Das ist nun genau der richtige Zeitpunkt, um einen Betrag über sein Geschlechtsteil zu schreiben. Ich bleibe dabei natürlich FSK 0.

Ich bin ein sehr phantasievoller Mensch. Meine rechte Gehirnhälfte, die für Kreativität und Bilder verantwortlich ist, bestimmt mein Leben. Ich rechne sogar in Bildern, weil es für mich einfacher ist, wenn ich die Zahlen plastisch vor mir sehe. Ein kleines Beispiel an einfachen Zahlen. Wenn ich meinem Kopf sage: „Rechne jetzt bitte 10 minus 3 aus“. Dann sehe ich automatisch einen farbigen Balken vor mir. Dieser entspricht der Länge 10. Dann nehme ich ein Stück Balken weg, dass der Länge 3 entspricht. Und schon sehe ich den Balken, der die Länge 7 hat. Ergo: 10 minus 3 muss wohl 7 sein. Dabei weiß mein Kopf irgendwie automatisch, welche Länge oder Form welche Zahl darstellt.

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Ein Tag im Leben von Herr Bär: Herr Bär sucht Anschluss.

Vielleicht machen so etwas noch mehr Menschen, ich habe keine Ahnung. Jedenfalls verarbeitet mein Gehirn jede Aussage sofort in Bildern. Den ganzen Tag lang spielt sich in meinem Kopf ein ganzes Kinoprogramm ab. Somit sehe ich auch viele belanglose Informationen vor mir. Und weil ich dazu noch ICH bin, dreht der Film sich auch noch weiter. In diesem Fall sehr zu meinem Leidwesen und ich versuche während unserer gesamten Unterhaltung nur an Hundewelpen zu denken.

Jetzt kommen wir zu der zweiten Wiederholung bei wirklich jedem Telefonat. Bei jedem Gespräch, macht Herr Bär mich darauf aufmerksam, dass er chronisch unter…. (wie sage ich das jetzt bloß) … „untergebeischlaft“ ist. Immer und immer und immer wieder. Nicht falsch verstehen, denn dabei geht es nicht darum, dass ich Abhilfe schaffen sollte, sondern das ist seine Art auf einem ganz hohem Niveau zu jammern. Irgendwie ist er der felsenfesten Überzeugung das der kleine Herr Bären, nicht oft genug den Weg in eine Höhle findet oder so etwas in der Art.

Weil ich ja so eine Nette bin, und eine ganze Scheune voller guter Ratschläge immer parat habe, nannte ich gleich mehrere Namen von holden Weibsbildern, die dort Abhilfe schaffen könnten. Auch mein Ratschlag mal 50 Euro links und nicht rechts zu investieren wurde nicht ernst genommen. Genauso wenig wie der Hinweis sich mal öfters mit sich selber auseinanderzusetzen.

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Ein Tag im Leben von Herr Bär: Herr Bär kommt zerknirscht nach Hause.

Letztens war mein Geduldsfaden dann doch sehr, sehr kurz und ich musste ihn darauf aufmerksam machen, dass er das bitte unterlassen soll, sonst würde ich darüber auch noch einen Beitrag schreiben. Die Bilder die ich dann immer sehe … glaubt mir, ihr wollt das auf keinen Fall beschrieben haben.

Nun ist es soweit, weil er immer noch jammert aber nichts dagegen unternimmt. Weil die eine zu dick, zu dünn, zu groß, zu klein, zu weich, zu hart oder zu grün oder gelb oder rosa ist.

Wir dürfen alle jammern, denn das gehört auch irgendwie zum Leben dazu. ABER …. !!! Wenn jemand immer jammert, aber noch nicht mal versucht etwas gegen den Zustand zu unternehmen, dann ist meine Geduld ein hauchdünnes Stückchen etwas. Und ich wählte ganz bewusst kein psychisches, sondern ein physisches Beispiel für diesen Zustand.

In diesem Sinne …

Happy hunting du Bärenbeißer!

Ich habe somit meine Schuldigkeit getan und er fand den Einzug in meinen Blog.

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