Freund oder Feind: Plan B

Wie richtest du dein Leben aus? Wie regierst du, wenn ein fester und wichtiger Plan nicht aufgeht? Wie gehst du mit der dazugehörigen Enttäuschung um? Wie reagierst du auf den Schmerz? Stehst du gleich wieder auf und kämpfst weiter? Legst du dich gebrochen in eine Ecke? Kannst du dich motivieren und aus eigenen Kräften wieder aufstehen?

Wie heißt es so schön: „Man wächst an seinen Herausforderungen.“ Wenn ich nun behaupten würde, dass ich alles einfach weglachen kann, dann würde ich glatt lügen. Ich reflektiere und analysiere sehr viel, aber durch das Schreiben werden mir immer mehr Dinge bewusst, mit denen ich mich nicht auseinander gesetzt habe. Das ist so nicht ganz richtig. Ich habe mir Verhaltensmuster angewöhnt, die für mich ein Selbstverständnis sind. Jetzt verstehe ich den tieferen Sinn dahinter bzw. erkenne ich erst jetzt, dass es dahinter einen Sinn gibt.

Wenn etwas fest mit mir verwoben ist, dann ist es sicher die Tatsache, dass ich immer ein Plan B brauche. Ohne einen Plan B kann ich nicht existieren. In all den Jahren stand ich ein einziges mal vor einer Situation, dass egal was ich versucht habe, kein Plan mehr aufging. Ich war regelrecht paralysiert. Der Schmerz war atemberaubend und das aller erste mal hatte ich keine Chance ihn zu lindern oder mich aus dem Schmerz raus zu holen.

Oft reicht sogar das reine Wissen, dass ich einen Plan B habe und ihn durchführen könnte, um mich als Kämpfer immer oben zu halten. Erst durch das Schreiben verstehe ich endlich was es wirklich bedeutet. Hoffnung, nichts als reine Hoffnung, dass eines Tages alles wieder gut wird. Dabei ist es nicht unbedingt wichtig, dass mein angestrebtes Ziel auch zum Erfolg führt, sondern es genügt das reine Wissen über weitere Möglichkeiten dieses zu kompensieren.

Es ist schwierig mit Worten zu beschreiben, denn es geht nicht nur um die Tatsache, dass ich mir einen Plan B im Kopf zurechtlege, sondern um das Gefühl das hinter einem Plan B steht. Selbstmitleid ist mir fast gänzlich fremd, wenn dann hadere ich mit dem Leben und im speziellen Fall mit Murphy und seinem albernen Gesetz („Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“). Aber auch in diesem Gefühl verweile ich selten mehr als einen Moment, gerade genug um ein paar Kraftausdrücke in seine Richtung zu schicken. Meine zwei bis drei Tränchen zu trocknen und dann geht es weiter. Dabei ist es wichtig, zu reflektiere inwieweit man die negative Situation verschuldet haben könnte.

Schicksalsschläge auf Murphy zu schieben ist irrational und albern, aber mir hilft es. Und das Wissen das ich es kompensieren könnte, wenn ich nur wollte, das hilf mir auch. Natürlich glaube ich nicht wirklich daran, aber es ist ein gutes „erstes Ventil“. Selbstbetrug oder Lebenshilfe? Man kann es drehen und wenden wie man möchte. Aber am Ende des Tages zählt für mich nur die Tatsache, dass es mir Halt gibt mich in meinen Sorgen, Ängsten, Schmerzen und Zweifeln nicht zu verlieren.

Jeder Plan B (C, D, E, F, G, H, …) macht mich zu einem Kämpfer und lässt mich mit erhobenen Haupt durch das Leben laufen.

Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren.
– Berthold Brecht –

Mit den schönen Worten von Thomas D. verabschiede ich mich in den Samstag und denke immer daran: Auch in dir steckt ein Kämpfer!

Das Gesetz bleibt dir treu
der Schmerz ist dein Freund
denn du wächst dran, und weißt
du wirst es nie bereuen

Und du stellst dich erneut
hast das Ziel im Visier
hast deinen Blick fokussiert
weil dich nichts irritiert
glaub mir, so sieht keiner aus,
der aufgibt oder verliert

Nein, du bist wach, klar, da
du hast die Macht, mach’s wahr
Denn alles das, was zählt
ist dass du deinen Weg aus reinem Herzen wählst

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