Sinnfreies Blabla über den Wolken

Also, heute war ein wirklich seltsamer Morgen, obwohl zu Beginn alles in geordneten Bahnen ablief. Ich stand auf, machte mich fertig, trank einen Tee und machte mich auf Weg zum Flughafen. Ich war recht überrascht über den Stau auf der A5. Die große Baustelle war endlich abgebaut und so rechnete ich mit einer entspannten Anfahrt von 20 Minuten. Das war wohl eher ein Satz mit X. Ich plante im Vorfeld ein Frühstück in der Lufthansa Lounge ein und so hatte ich keinen Zeitdruck.

Dann kam die nächste Überraschung vor Ort. Ich legte mein Handy auf den Scanner und ging durch das Drehrad. In der Regel sind in der Business Lane um diese Uhrzeit höchstens 3-4 Menschen vor einem, die dann in aller Ruhe ihre Flüssigkeiten suchen und aller Zeit der Welt haben, um ihr Laptop aus den tiefen ihres Koffers herauszuholen. Am Ende der Schlange zählte ich laut durch: „1, 2, 3, 4, …. 37 Personen, das kann doch gar nicht sein. Wo kommen die den alle plötzlich her? Und warum lassen sie sich immer noch alle Zeit der Welt?“

Kurz darauf war der Grund des „Staus“ klar ersichtlich. Es waren nur zwei Sicherheitskontrollen geöffnet. Aha, sehr zielführend an einem Montag nach den Herbstferien. Ist ja nicht so, dass in Frankfurt am Flughafen nur 50 Menschen am Tag in einen Flieger steigen. Na gut, was ist das ist und ändern kann ich es auch nicht. Also stelle ich mich brav an und warte und warte, und rücke zwei Schritte vor, und warte und warte …

Geschafft, ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass ich zumindest noch Zeit für einen Tee habe. Also auf zum Lemminghaus der Lufthansa und dann blieb ich recht verwirrt vor der Tür stehen. Es hatte sich eine Schlange gebildet, die Einlass in die Lounge forderte. Nochmal durchzählen 1, 2, 3, 4, …7. Na immerhin keine 37, also stelle ich mich hier auch brav an. Der Scanner am Eingang kann die Boardkarten nicht einlesen und so muss alles manuell eingetragen werden. Das dauerte…

Endlich war auch ich an der Reihe und konnte hinein. Am Eingang schnappe ich mir die Frankfurter Rundschau und eine Welt. Ich schlenderte zur Theke und stelle fest, dass erstmals „mein Stammplatz“ besetzt ist. Aha, interessant. Was ist das denn nur für ein Tag heute. Nichts was einen wirklich aufregt oder stört, sondern eher verstört. Auch ich bin ein Gewohnheitstier und ein weitere Blick auf die Uhr zeigte mir an, dass ich noch 4 Minuten habe, bis ich theoretisch loslaufen müsste. Leider ist somit mein Tee auch gestrichen – nicht mehr genug Zeit. Also nehme ich mir nur eine Cola und schaue mir die Auslagen für die Statistik an. Immerhin kein Leberkäse mit Kartoffelsalat zum Frühstück aufgebahrt.

Ich beschließe, dass am Gate auch eine Schlange sein wird und das ich keine Lust haben werde, mich auch dort wieder anzustellen. Also verlasse ich die Lounge fünf Minuten nach dem Boarding. Und was passiert? Als ich am Gate ankam, sah ich nur eine  lange Warteschlange. Hä? Ich hatte erwartet, als Letzte mit wehenden Haaren ins Flugzeug zu hechten.

Okay, dachte ich. Dann halt eben nicht, jetzt mag ich nicht mehr. Ich habe mich brav den ganzen Morgen sozial und fair verhalten. Das reicht als gute Tat für den heutigen Tag. Ich ging zum Anfang der Warteschlange, schenkte dem Mann der direkt vor dem Selfboarding Gate stand mein strahlendes Lächeln und stellte mich einfach vor ihn. Er fragte: „Fliegen sie auch nach München?“ Ich schaute ihn etwas verwirrt an und antwortete: „Nein, ich wollte eigentlich nur mal wissen, wie es sich anfühlt als erster in einer Warteschlange zu stehen.“ Er lacht und ich lächle und dann stecke ich mir die Kopfhörer in die Ohren. Das wirkt immer. Seit gut einem Jahr laufe ich oft mit Kopfhörern herum, ohne überhaupt etwas zu hören. Das hat den Vorteil, dann man nicht in Gespräche verwickelt wird.

Ich führte durchaus schon interessante Gespräche in den vergangenen Jahren. Ich erinnere mich an zirka drei bis vier nachhaltig eingeprägte Gespräche. Betrachtet man die 16 Jahre Fliegerei, dann ist das wirklich überschaubar. So lasse ich sie nur draußen, wenn ich sie A vergessen habe (was oft vorkommt) oder Lust auf einen Elevator Pitch habe. Dann hole ich meinen Grünschnabel raus und los geht es. Gern gesehen sind bei mir dann auch immer die Menschen, die mit ihrem IPad rumspielen oder ihr IPhone streicheln. Erst letztens habe ich dadurch einen netten Herren von Coca Cola kennengelernt. War sehr interessant und ich habe viel über die Strukturen von Coca Cola in Deutschland gelernt. Aber solche Situationen bilden eher die Ausnahme.

Ich frage mich jetzt ernsthaft, wie man einem so profanen Thema wie einer Warteschlange schon wieder so viel Raum einräumen kann. Ich sollte mal einen Kurs besuchen. Ich denke an:

  • „Punkt, Punkt, Komma, Strich und mehr zu schreiben brauch es nicht.“
  • „In der Kürze liegt die Würze – Crashkurs für Frauen die zu viel reden“
  • „Aus und vorbei mit der Schwafelei – Siege über deine Hormone“
  • „Schluss und Ende, wie bekommst du die gekürzte Wende.

Oder es liegt einfach nur daran, dass ich gelangweilt im Flugzeug sitze, meine E-Mails schon bearbeitet habe und jetzt noch die Landung zum Schreiben nutze? Ich denke, ein gravierender Punkt ist die Tatsache, dass ich zu schnell schreibe. Ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass ich gerade mal 16 Minuten für den obigen Text gebraucht habe. Also langweile ich euch noch weiter mit sinnlosen Blabla während meiner Landung.

Heute Abend bin ich im Hilton und schreibe meinen nächsten „Nachtkatzen“ Beitrag. Bleibt zu hoffen, dass sie mir diesmal ein Zimmer mit einer besseren Aussicht geben. Sonst gibt das gleich 4 Punkte Abzug bei der Gesamtbewertung. Jetzt überlege ich nur noch kurz, wo ich eine kürzere Warteschlange vorfinde. Entweder am Taxistand oder am Fahrkartenautomat der S-Bahn. Ich werde mich spontan entscheiden.

Wünsche euch allen einen tollen Tag voller Sonnenschein und Liebe.

Eure Julusch

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