Mein linker, linker Platz ist frei oder Sodom und Gomorra im Lemminghaus der Lufthansa

An einem Montagmorgen kann man sich eigentlich nicht über die Launenhaftigkeit von Menschen beschweren. Aber durchaus über die Rücksichtslosigkeit meiner Mitreisenden. Gelegentlich gebe ich Gegenständen, die mir besonders am Herzen liegen, einen Namen. Ich mache es immer aus einem Impuls heraus, ohne über den Namen nachzudenken. Mein Lumia 930 war noch nicht richtig aus seiner Verpackung heraus, als ich ihn im Geiste schon „Grünschnabel“ nannte. Ja, mein Handy ist männlich.

Mein Surface ist der coolste Kohorte, den man haben kann. Ja, er ist auch männlich. Mein Navi heißt Schmuddeltrulla und ist ein recht zickiges Weibsbild und so weiter. Ich bin bisher aber noch nie auf die Idee gekommen meinen Koffern, Taschen, Jacken oder meinem Schal einen Namen zu geben. Es müsste dann in etwa so laufen:

„Hey, weißt du schon was du morgen anziehen willst zur Feier?“
„Ich dachte an Günther und dazu entweder Gisela oder Gudrun, wobei Gudrun eher zu Klaus passt und glaubst du das Peter groß genug ist und wir dort alles verstauen können?“
„Nimm lieber Michl oder Franzi, sonst wird es sehr eng werden.“

Irgendwie finde ich den Gedanken sehr befremdlich. Aber es die einzige und plausible Erklärung, warum heute alle ihre Taschen und Mäntel über die Menschen, um sie herum gestellt haben. Ansonsten müsste ich davon ausgehen, dass der ganze Raum voller A…….. war.

Die Lounge in Frankfurt verfügt über verschieden Sitzzonen, die grob strukturiert sind nach „sitzen an der Theke“ oder „sitzen in dicken Sesseln“ oder „sitzen auf einem Stuhl am Tisch“. Ich bin ein „Thekensitzer“ und das eigentlich immer. Immer, bis auf heute, denn heute war ich ein nörgelnder „hinter den Thekensitzern-Steher“. Natürlich hätte ich mich auch woanders hinsetzen können, aber ich habe es mir nicht nehmen lassen, diese Situation genau für meinen nächsten Beitrag zu analysieren.

Kommen wir zu Pappnase Nummer 1 und seinem Mantel Manfred. Manfred ist ein sehr arroganter und selbstverliebter Mantel, er will sich von der Menge abheben und signalisiert es mehr als deutlich Pappnase Nummer 1. Natürlich bekam Manfred deshalb die Rückenlehne eines eigenen Barhockers für die Rast spendiert. Denn es wäre unzumutbar gewesen, die Rückenlehne des Hockers von Pappnase Nummer 1 zu nehmen. Denn was wir nicht vergessen dürfen, ist seine angeborene Aversion gegen Ferdinand. Ferdinand, ist die garstige Laptoptasche von Pappnase Nummer 1. Während nun Manfred die Rückenlehne links neben Pappnase Nummer 1 beansprucht, hängt Ferdinand an der Rückenlehne des Barhocker zur rechten Seite von Pappnase Nummer 1. Ich sage nur: „GOTT SEI DANK!“

Wegen Überkofferung und Vermantelung heute geschlossen.
Wegen Überkofferung und Vermantelung heute geschlossen.

Während Pappnase Nummer 1 sich tapfer für uns zwischen Manfred und Ferdinand wirft, wurde mir Pappnase Nummer 2 immer suspekter. Kein Mantel war weit und breit zu erblicken. Er wird doch nicht die Garderobe benutzt haben, dieser herzlose Kerl?! Eine Tasche oder ein Koffer war auch nicht auffindbar. Wer die Manfred’s dieser Welt schon so schändlich an einer Garderobe zurück lässt, der wird doch nicht auch noch für seine Taschen, die abschließbaren Gepäckfächer genutzt haben. OH MEIN GOTT! Was macht er als nächstes? Kleine Kinder fressen? Das einzige was mich etwas tröstete, war der Raum den er eingenommen hat. Zwei, ich wiederhole, zwei Plätze für seine Zeitung. Ein Platz für seinen Hintern und einen weiteren Platz für seine Nüsse, die in einem kleinen Schälchen zu seiner rechten standen, neben seinen benutzten Gläsern. Für mich ein klares Zeichen, dass er zumindest gedanklich bei seinen Habseligkeiten ist und die Regeln verstanden hat.

Ich studierte noch Pappnase 3-5 und habe dann aufgegeben. Ich schnappte mir meine Zeitung und verzog mich in ein Telefonkabuff. Vielleicht wäre es eine Idee, ebenfalls einen Selfboarding Schalter vor die Theke zu stellen. Es dürfen nur klassische Eco Gesetze herrschen. Jeder nur ein Handgepäck-Stück oder wahlweise ein Kreuz. Und wenn man dann von hinten noch ordentlich nachrückt, hat man zumindest schon vor Abflug ein Gefühl des reisens.

Ich wünsche Euch eine schöne Woche.

Eure Julusch

 

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