Spiegel Nummer 47/14 und ich bin überinformiert

Letzter Dienstag, wie immer sitze im Lufthansa Lemminghaus.

Dienstags fliege ich mit der LH123 um 21.05 Uhr von München nach Frankfurt. Doch durch den letzten Streik und eine Umbuchung, fliege ich heute mit leicht veränderten Zeiten. Ich sitze also wie immer entspannt im Büro, arbeite meine Mails ab und bin sicher auch bei dem einen oder anderen Meeting dabei. Während ich mich mit meiner Kollegin unterhalte fällt mir spontan ein, dass ich ja heute irgendwie am späten Nachmittag fliege. Stimmt, da war ja eine Umbuchung. Es ist schon zwei Uhr – oh MIST! Ich verpasse noch meinen Flug. Ich rufe ein Taxi und fahre schnell meine Kohorte herunter. Mit wehenden Haaren laufe ich aus dem Gebäude, dem Taxi entgegen. Wild gestikulierend rufe ich schon von weitem: „Schnell, schnell ich muss zum Flughafen. Ich bin heute echt spät dran.“

Die Fahrt war dank leerer Autobahn frei und wir waren in 20 Minuten an meinem Terminal. Also schnell durch die Security, die aufgrund der Uhrzeit auch sehr leer war und ich bin ohne Umwege direkt zum Gate gelaufen.

Seltsam, der Flug ist noch nicht angeschrieben und steht auch keine Person am Gate. Ich checke mein Handy, ob ich von der Lufthansa eine SMS erhalten habe, wegen einem Gate-Wechsel oder einer Flugstornierung. Nichts zu sehen. Hä?! Ich laufe also zur Anzeigetafel und suche meinen Flug. Irgendwie stimmt die ganze Anzeige nicht. Normalerweise bewegen sich die Daten dynamisch weiter und hier herrschte Stillstand von heute Mittag. Und jetzt? Nächste Idee! Ich laufe zu den Damen die unter dem Futterhaus sitzen und für so nette Menschen wie mich alle möglichen Sachen machen. Wahrscheinlich, nehme ich zumindest an, denn ich habe ihre Hilfe noch nie in Anspruch genommen.

„Guten Tag, können sie mir bitte sagen an welchem Gate Flug LH 117 heute abfliegt?“
Sie schaut in ihren Rechner und schenkt mir ein Lächeln.
„Voraussichtlich bei Gate 16 sein.“
Sie lächelt noch immer. Aber warum? Sie sieht doch das ich Stress habe.
„Entschuldigen sie, ich bin gerade den ganzen Weg von Gate 16 hergelaufen und dort fliegen wir sicher nicht ab. Können sie bitte nochmal nachsehen!“
Sie lächelt immer noch an und ich bekomme langsam das dringende Bedürfnis, sehr nachhaltig etwas gegen dieses infame Lächeln zu tun.
„Die Kollegen werden sich noch nicht am Gate befinden.“
Was? Ganze zehn Minuten nach dem Boarding. Will die mich veräppeln geht’s noch?
Seien sie mir nicht böse, aber ich kann mir nicht vorstellen das wir innerhalb 10 Minuten das Boarding beendet haben.“
Langsam bin ich von dieser Trantüte sehr genervt und ich schwitze in meinem neuen Mantel wie ein Yeti in Südafrika.
„Entschuldigen sie, ich habe das nicht verstanden, das Boarding ist doch erst in 2 Stunden und 17.35 Uhr.“
Hä?!

Verdammt, ich habe ihr die falsche Flugnummer genannt. Ich reiße also mein Handy aus der Tasche und öffne mit einem lauten Plop die elektronische Boardkarte.

LH 117
18.05 Uhr
München –>Frankfurt.
Boarding 17.35 Uhr
Gate 16

Ähm!? Ich schaue auf die Uhr 15.47 Uhr. Was für ein f**k! Wenn man in seinem hübschen Köpfchen aus 17 Uhr wohl irgendwann 5 Uhr macht, um dann irgendwann daraus 15 Uhr zu machen … ja, dann … also ganz sicher dann … wäre ich zu spät gewesen. So in der Theorie zumindest.

Ich bedankte mich kleinlaut und ging in die Lounge. (Achtung, es folgt Sarkasmus) Wow – Leberkäse, das heitert mich ja voll auf. Das gab es hier ja noch nie. (Sarkasmus Ende)

Und es ist noch zu früh um den neuen Wein zu probieren, verdammt. Also schnappe ich mir den neuen Spiegel und mache mich ans blättern. Immer auf der Suche nach Inspirationen für neue Beträge. Mir gehen die Ideen nicht aus, ich habe eben auch durchgezählt und schon weitere 19 Beiträge fertig, aber die sind alle so „schwer“. Ein ganz kurze Auszug aus den Titeln:

  • Kopfkrisen
  • Emotionale Dummheit: Kinder Teil 2
  • Alkohol und Blikohol
  • Der Tod macht auch nicht schlanker
  • Der Wert des Lebens
  • Selbstmord auf Raten in einer neuen Dimension

Irgendwie passt das alles im Moment nicht zu meiner Stimmung. Ich möchte mal etwas leichtes schreiben, etwas lustiges, irgendeine Form von leichter Unterhaltung. Das einzig leichte, das ich bisher geschrieben habe war der Bericht „Kindergarten im Kopf„. Und wenn man sich diesen Beitrag so durchliest, dann bin ich sicher die einzige, die bis heute darüber lacht und wahrscheinlich auch die einzige, die ihn versteht. Dabei ist der Beitrag schon strukturiert aufgebaut, nur vergaß ich euch das eine oder andere zu erklären. Was ich leider gerade auch wieder vergessen habe. Jedenfalls hatte ich an dem Abend das Post Scriptum unter dem Beitrag wieder gelöscht. Aber irgendwie fühle ich mich gerade beflügelt und lasse euch dennoch daran teilhaben. Allerdings nicht so plump. Ihr müsst euch schon etwas anstrengen. Für die Geocacher unter euch ist es allerdings höchstens ein D1. Und jetzt schweige ich zu diesem Thema.

Jedenfalls blättere ich in dem Magazin herum und mache Fotos von den Berichten, die ich gelesen habe und auf die ich etwas aufbauen möchte. Oder kurz gesagt, zu denen ich unbedingt meinen Senf dazugeben muss.

Auf Seite 40 angekommen bin ich fast ein nervliches Wrack. Ich habe sehr viele, wirklich viele Bilder gemacht.

Wieder kein leichter Beitrag und über den Rest werde ich noch berichten.

Eure Julusch

11 Gedanken zu “Spiegel Nummer 47/14 und ich bin überinformiert

  1. Wunderbar! A8tele *prustel* Ich habe herzlich gelacht und werde das sofort an meine schwäbische Freundin schicken. Stuttgart war ich vor 10 Jahren (anderer Job im Unternehmen) immer sehr oft gewesen, jetzt ist es nicht mehr wirklich meine Baustelle. Aber sollte ich mich nach Stuttgart verlaufen, werde ich mir vorher einen Tipp bei dir abholen.

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  2. ok, aber zum D1. Sicher, dass die Frage stimmt? Ich komme nach dem .und. irgendwann vom Pfad ab. Liegt vielleicht aber auch daran, dass Dein hübsches Köpfchen oft über den Wolken schwebt, während meiner alten Birne hier unten im Mc.D. an der A8 der Überblick fehlt?

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    • Hallo Leander, vielen Dank für deinen Hinweis, denn mein Köpfchen hing wohl wirklich wieder in den Wolken. Ich bin alles nochmal durchgegangen. Es hatte sich tatsächlich ein Fehlerteufel eingeschlichen, aber an einer anderen Stelle. Was treibt man den am späten Abend auf der A8. Also so weit am Ende der Welt. ;-) Lieben Gruß Julusch

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      • Mann versucht, wie im Moment jeden Donnerstag, aus dem Schwabenländle zu fliehen, um wieder ins schöne Hessen zu kommen. Wir wissen ja, dass bei den Schwaben alles ein wenig kleiner ist als bei uns. Ein Viertel ist da ja z.B. nur ein Viertele. Scheint auch für die Autobahnen zu gelten. Die A8tele ist jedenfalls immer zu klein für alle Autos.
        Allerdings gibts in STU relativ nah am Flugplatz ein

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  3. Tatsache – ich habe eben nachgesehen, und das ist wirklich die gleiche Theme. Deine wirkt nur so fröhlich und bunt, dass ich es nicht erkannt habe. Ich bin bei solchen Sachen immer kleinlich und musste die Farbe der Beiträge, der zweiten Farbkomponente im Header-Bild anpassen. Bei einem neuen Bild wird auch eine neue Farbe folgen. Dabei gewöhne ich mich langsam an das grau, das in diesem Fall auch als psychologische Stütze dient. Es hat auch die Auswahl meines Bildes beeinträchtigt. Meine Welt ist sehr schwarz und weiß. Und nein, ich leider nicht an einer ausgeprägten Bordeline Störung, aber die Welt ist dadurch einfach für mich strukturierter. Oft höre ich mir an, dass ich auch etwas „grauer“ werden muss. Dabei ergibt für mich die Mischung aus schwarz und weiß nicht zwangsläufig grau. Ich drehe den Spieß dann gerne um, um versuche die Kommentatoren ein bisschen schwärzer und weißer zu bekommen.

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    • Beim Geocaching gibt es zwei verschiedene Angaben zur Schwierigkeit des einzelnen Cache. Eine T-Wertung (Terrain 1-5) und eine D-Wertung (Difficulty 1-5) zeigen an, ob der Cache leicht oder schwer zu finden ist und wie schwierig das Gelände ist. Bei Rätsel Caches (Mysteries) bezieht sich die D-Wertung auf die Schwierigkeit des Rätsels. Und weil dieses hier so einfach ist, ist es eine klare D1.

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