Freund oder Feind: Offenheit und Ehrlichkeit sind zweifelhafte Gesellen

Zu diesem Beitrag hat mich Leander inspiriert, der getrieben oder berufen von seinem Testosteron mit der Damenwelt in seinem Leben abrechnet.

Durch die Kommunikation zwischen ihm und mir, habe ich begonnen über Offenheit und Ehrlichkeit in Gänze nachzudenken. Ich behaupte, dass ich wirklich ein sehr offener und ehrlicher Mensch bin. Wer Einspruch erheben möchte, der kann das gerne im Kommentarfeld am Ende des Beitrages tun. Aber auch ich kann nicht immer mit der Wahrheit um mich werfen. Denn das wirft gleich die nächste Frage bei mir auf. Inwieweit dürfen wir unseren Wunsch nach grenzenloser Offenheit über das Wohl der anderen stellen? Ist das nicht zu viel Egoismus? Und auch diese Frage stellte mir Leander.

Während ich darüber nachdachte, fiel mir eine Begebenheit ein, die schon länger zurück liegt. Ich saß mit einem Freund in Frankfurt an der Börse in einem Café. Das Wetter war toll und die Stimmung bei mir ebenfalls. Wir haben uns über verschiedene Themen unterhalten. Mitten im Gespräch macht er mich darauf aufmerksam, dass an einem Finger die Ecke des Nagellackes abgeplatzt sei und es nicht gerade gut aussehen würde. Ich wiederum machte ihn darauf aufmerksam, dass diese Aussage nicht gerade höflich formuliert war. Er antwortete in etwa so: „So bin ich halt. Ich sage einfach was ich denke und werde mich nicht für andere verbiegen.“ Er im Herzen ein guter Mensch, dem die Reflektion und das Feedback von anderen fehlt. Anders kann ich dieses Verhalten nicht interpretieren.

Einige Tage später griff ich das Thema bei einem Telefonat wieder auf. Er bestand darauf, dass er auch weiterhin offen und ehrlich bleiben wird und einfach sagt, was immer er auch sagen möchte. Er brachte noch einige weitere Beispiel an, wo er von seinem „Recht“ Gebrauch gemacht hat. Mir blieb teilweise wirklich der Mund offen stehen. Ich drehte dann einfach mal den Spieß um, vielleicht würde das ja mehr Einsicht bringen. „Mir ist bei unserem letzten Treffen aufgefallen, dass du die Verfärbungen auf deinen Schneidezähnen immer noch nicht wegmachen lassen hast. Sorry, ich finde das ziemlich eklig, vor allem wenn du lachst. Und wenn wir zusammen essen auch ganz schön unappetitlich.“

Stille.
„Wie fühlst du dich jetzt?“
„Julusch, das hat mich verletzt.“
„Aber warum? Ich war doch nur ehrlich und habe von meinem Recht auf Offenheit Gebrauch gemacht“
Stille.
„Führe ich mich wirklich so verletzend auf?“
„Ja, das tust du.“
Stille.
„Oh mein Gott, das tut mir so leid. Ich habe das nie so gesehen“

Also zurück zu meiner Frage. Wie offen und ehrlich können wir wirklich sein? Ist alles was andere verletzt nicht gestattet? Aber es ist doch auch wichtig andere auf vermeintliche Fehler hinzuweisen. Ist das nicht sogar meine Pflicht, vor allem in Beziehungen, klar zu formulieren wie ich empfinde? Je länger ich darüber nachgedacht habe, desto verfahrener kam mir alles vor. Wie ein ständiger Tanz auf dem Vulkan.

Wir müssen in jeder Situation immer abwägen und entscheiden, wie offen wir sein können. Damit beißt sich für mich aber die Katze in den Schwanz. Denn ohne ehrliches Feedback haben wir nie die Chance zu lernen, mit vermeintlicher Kritik besser umzugehen. Und sicher sind auch oft wertvolle Hinweise darunter, die uns erlauben uns weiterzuentwickeln, auch wenn sie im ersten Moment verletzen.

Ich persönlich bin gerade an einem Punkt, an dem mir einfach nichts zum „Klugscheißen“ einfällt. Wir können zusammenfassen, dass Offenheit und Ehrlichkeit immer von sehr vielen Faktoren abhängt. Wer bin ich? Wer ist mein Gegenüber? Um welchen Lebensbereich geht es? Wie stehen wir zueinander? Ist mein Feedback subjektiv oder objektiv? Der einzige Mensch, den wir nicht belügen sollten, das sind wir selber. Aber auch das kann bisweilen sehr, sehr weh tun.

Ich werde zukünftig wohl eher formulieren, dass ich so offen und ehrlich bin, wie es meine Möglichkeiten zulassen. Und ja, mein lieber Leander, zu viel Ehrlichkeit ist egoistisch. Aber noch schlimmer erscheinen mir die Lügengebilde, die andere um mich herum spinnen. Ich kann schon eine ganze Menge Kritik vertragen, aber Lügen und Heuchlereien ertrage ich sehr schlecht. Dadurch sinkt der Respekt, dem ich meinem Gegenüber entgegenbringe und ich verliere meine objektive Sicht auf die Person. Schade.

Eure Julusch

59 Gedanken zu “Freund oder Feind: Offenheit und Ehrlichkeit sind zweifelhafte Gesellen

  1. Pingback: Stöckchen holen | nurkeinschubidu

  2. Mann, ist das ein durcheinander geworden bei diesen Kommentaren, da kommt ja kein Schwein mehr draus…… !!!!!

    WordPress dürfte mal an der Anordnung arbeiten. Oder sieht das nur im Reader so chaotisch aus???

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  3. Nun, ich war ich ja schon vorher. Mit Iwan hab ich häufig unterschrieben, auch bei Leanders Blog. Deswegen wusste Leander, dass ich Iwan heisse…. Ich nehm mich mal raus für heute, der Tag war eindeutig ein Ticken zu viel. Irgendwie hab ich hier wohl alles falsch verstanden? Wie auch immer…. *grad etwas paranoid*….. LG Iwan

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      • Danke, dir auch. Die Geschichte dieses Irrtum ist relativ schnell erzählt. Der Titel dieses Beitrags zusammen mit der Erwähnung Leanders hat mich zusammen mit schnellem Lesen dahin gebracht (dann kamen noch deine Kommentare im andern Artikel, den mit der Schwarzware), du würdest denken, dass Leander oder ich (wer sind die denn überhaupt) irgendwo Schlechtes über dich erzählen („aber Lügen und Heuchlereien ertrage ich sehr schlecht“). Ich dachte, du bist da irgend einer Verschwörung auf der Spur und würdest versuchen herauszufinden, wer Leander oder ich bin oder ob wir beide nicht derselbe sind und habe alles Nachträgliche in diesem Sinne aufgenommen….dann versuchte ich zu antworten, deine Antworten kamen dann aber so schnell, dass es mich noch mehr verwirrte?!

        Deswegen auch meine Frage, was geht denn hier ab?

        Sorry. Wie gesagt, war das heute ein Sch…tag. Und die Geschichte hier (die gar keine ist) hat mich mittlerweile auf was anders in mir gebracht… naja. Gehe jetzt mal schlafen…..

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      • Und wieder kommt der Hesse in mir durch: „Für ebbes ist es immer gut.“ Irgendwie ergibt deine Erklärung einen Sinn. Auch wenn ich sie nachvollziehen kann, so trifft die Gott sei Dank nicht zu. Das ist das Grausame an Worten, man kann sie lesen wie immer man will. Auf die Betonung kommt es am Ende an. Und die können wir hier leider nicht vermitteln. —> Wieso kann man im Antwortfeld beim Reader keine Leerzeile hinzufügen. Voll doof Leerzeile Leerzeile Leerzeile <— Ganz ehrlich, ich weiß nicht ob ich das könnte. Und eines möchte ich zum Abschluss noch sagen und das ist mir ganz wichtig: Wenn ich etwas in Frage stelle oder nicht mag oder hinterfragen will, dann mache ich es einfach. Ich bin da für ein Mädchen irgendwie zu straight unterwegs. Muss auch an den Hormonen liegen. Hoffentlich hast du heute einen wolligen Schlaf. Ganz lieben Gruß von der Ollen, die immer mit der Tür ins Haus fällt. P.S. Und wenn du doch eine Verschwörung planst, dann wäre es voll knorke, wenn sie etwas mit der Karibik zu tun hätte oder Raderkuchen oder Hundewelpen (vielen) oder einer Königsmassage in der nächsten Therme. :-P

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      • Hihi, ich musste ja erst mal nachschlagen, was „voll Knorke“ heisst…. ;-) Ja, und für irgendwas is es immer gut. Zeigt sich meistens erst hinterher.
        Gut hast du verstanden, dass man das auch anders lesen konnte. Danke *puhhhh* Aber ehrlicherweise muss ich schon sagen, dass ich etwas ziemlich von der Rolle war! Sowas passiert mir nämlich eigentlich nicht! Da ich aber an frühere Leben glaube (NEIN, nicht Karma), kann ich mir vorstellen, dass das mal wieder so ein kleiner Hinweis war…..wo ich mal wieder nachsehen könnte.

        Klingt vielleicht etwas komisch, aber ich war in den letzten Jahren häufig in dieser Thematik unterwegs. Da könnte ich ja mal was bloggen drüber….. ;-)

        Eine Verschwörung, nein, das plane ich nicht wirklich, das wär ja viel zu anstrengend. Aber deine Vorschläge mit Karibik und so, ja klingt alles sehr entspanndend ;-)

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      • Und nochmals the ghost in the machine… bei untenstehendem Beitrag hab ich nicht als WordPress-User gezeichnet… :-) Anonym also auch Iwan nurkeinschubidu. Passt alles zum heutigen Tag….pffft.

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  4. Klingt reizvoll. Nur würde ich vorher ganz gerne wissen, was da eigentlich gerade lief? Und da wir schon beim Du waren, können wir auch dort weiter machen. Oder nicht? Nur weil ich jetzt entblättert bin, möchte ich nicht gesiezt werden, das fühlt sich ….irgendwie komisch an ;-)

    Kleiner Hinweis: Wenn du auf antworten beim Reader gehst oder auf antworten beim Kommentar, dann wird die Antwort eingerückt und ich bekomme eine Antwort. Ansonsten kann es sein, dass ich die Antwort nicht mitkriege, da ich alles über den Reader manage.

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  5. Wow, jetzt bin ich wirklich beeindruckt. Herr Frey, es ist mir wirklich eine Ehre ihre Bekanntschaft zu machen und auch die Bekanntschaft ihrer Frau durfte ich schon machen. Zwei Menschen, die mir auf anhieb sympathisch waren und auch mehr oder weniger nicht von einander lassen können, jetzt fast ein Ganzes bilden, dass freut mich umso mehr.

    *verbeugt sich leicht*

    Vorschlag, wollen wir zusammen einen Beitrag schreiben über die Entblätterung im Internet? Ein Beitrag, der wie ein Ping-Pong Spiel aufeinander aufbaut. Spontane Idee die ich ganz spannend finden könnte.

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  6. Ich habe mich gerade entschlossen mein Inkognito aufzugeben. Auf meinem Blog findet sich jetzt auch mein „real name“. Keine Ahnung, was hier gerade abgeht, aber meine Angst vor zuviel Entblätterung im Internet hat gerad eine 180 Grad Wende erfahren…. :-) Ich bin, wer ich bin….. das kann schützen: Gute Erkenntnis. Danke!

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    • Hallo Ihr zwei,
      auch wenn ich in 6 h schon wieder die A3 darf, muss ich jetzt noch was sagen.
      Danke Julusch für die Erwähnung und schön, dass ich Dich zu diesen Gedanken anregen konnte.
      Wow, Iwan, dass Du Deine Anonymität aufgegeben hast! Sehr ehrlich.
      Ja ihr habt Recht. Ehrlichkeit ist oft erst einmal eine Offensivwaffe und kann ganz schön weh tun.
      Einfach mal in der Welt herum laufen und ehrlich zu jedem zu sein, wäre eine bescheuerte Idee.
      Auch ich bin ja hier nicht ehrlich. Sonst würde ich nicht unter Pseudonym bloggen. Und das liegt daran, dass ich in meinem Blog Dinge erzählen möchte, die einige Menschen sehr verletzen würden, wenn sie wüssten, dass die Rede von Ihnen ist.
      Und Julusch:
      Ehrlich sein können, ohne verletzend zu sein. Ehrlichkeit ertragen, ohne sich sofort verletzt zu fühlen. Das ist für mich einfach das große Ziel in einer wirklich guten Partnerschaft oder in einer echt guten Freundschaft. Und das ist megaschwer!
      Da gehören zwei dazu, die es bewusst versuchen wollen, es üben und es auch langsam aufbauen. Und da war eurer Anfang mit Nagellack und Schneidezähnen nicht der beste.
      Und unser Motto in der Beziehung heißt OffenEhrlichFreiHeraus. Es heißt nicht SchonungslosOffenVerletzendEhrlichFreiHerausZumAngriffBlasen! Unsere Ehrlichkeitskampagne, die wir im ersten halben Jahr unserer Beziehung ausgerufen haben, hat eine Reihe von Regeln und wir gehen sehr sorgsam miteinander um.

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      • Du hast vollkommen recht. Einen Menschen, sei es als Partner oder Freund, zu finden, mit dem man ganz offen Kommunizieren kann, ist sehr schwer. Es bedarf zwei Menschen mit der gleichen Einstellung zur Offenheit. Nicht so einfach heute zu finden. Von daher ist es umso schöner jemanden an seiner Seite zu haben, der das widerspiegelt. Ein sorgsamer Umgang ist dann wirklich fast Pflicht, denn so einen „Schatz“ will man nicht so schnell verlieren.

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      • Tja, mein Outing war ja wohl eher ein Unfall….. :lol:
        Aber das macht nichts, anfangs wollte ich wegen ein paar Leuten, unter unbekannt schreiben, mittlerweile wissen mein Bruder von meinem Blog und meine Eltern von unserer Trennung…..
        War also relativ einfach…….
        Und nein, ich halte dich nicht für unehrlich, nur weil du inkognito unterwegs bist! Auf die Beweggründe kommt es doch an…..
        Ehrlichkeit um der Ehrlichkeit willen…… nein danke.
        Und mit Marion habe ich beides gelebt, von schonungslos offen (vor allem zuletzt) über zurückhaltend schützend (vor allem anfangs)……… tja. Ich denke, wenns passt, dann passts …….so oder so. Und natürlich hast du recht: Sorgsames umgehen miteinander wär schon nicht schlecht…….. ;-)

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  7. Liebe Julita. Mein Name ist Iwan Frey, wohnhaft in Gränichen, 5722 in der Schweiz. Meine Arbeitsstelle: Ecoserve International AG, 5033 Buchs Aargau. Auf der dortigen Website kannst du ein Foto meinerseits sehen. Ich hoffe, es stimmt für dich überein, mit dem meinigen, auf „nurkeinschubidu“. Ausserdem bin Ich mit Marion verheiratet, der Marion von „Untermfirmament“. Wir haben uns Ende letzten Jahres getrennt….. und können doch nicht voneinander. Deswegen meine Aussage auf „nurkeinschubidu“ „Verheiratet, mehr oder weniger in Trennung“. Falls du noch Fragen haben solltest…. bin hier…. :-)
    Jetzt weiss ich wenigstens, was mein Fühlzentrum sagen wollte….. irgendwas stimm hier wohl nicht…..
    Ich hoffe, meine Angaben dienen zur Aufklärung!

    LG Iwan

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  8. Wuchtiges Statement, gefällt mir. Ehrlichkeit über alles zu setzen, finde ich auch verletzend (aus Erfahrung). Wo bleibt da die „goldene Regel“? Was zwischen den Zeilen rüberkommt (und da kommt was rüber), kann ich gerade nur in meinem „Fühlzentrum“ ausmachen. Mein Verstand ist irritiert, ob der vielen Stöckchen…(sorry, hab nie erwähnt, mein Verstand ist ein Hund, der Stöckchen holt)…. :-)

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    • Ein Verstand der Stöckchen holt … interessant. Gerade letzte Woche hörte ich einen Ausspruch, den ich sogar mal nicht vergessen habe.

      „Ich springe nicht mehr über jedes Stöckchen, dass mir hingehalten wird.“

      Klassisches Thema für Freund oder Feind, und jetzt versuche ich das in einen Kontext mit deinem Verstand zu bringen. Ich schaue auf dein Wolkenbild und überlege, wer eigentlich von euch beiden das Stöckchen wirft? Dein Fühlzentrum scheint hier doch eher der Herr mit den Stöckchen zu sein, oder? Und was macht der arme Kerl dazwischen? Also du, der das in eine einigermaßen vernünftige Gewichtung bringen muss.

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      • Bin doch noch hier…, nachdem ich meine Verwirrung überwunden habe. Ich weiss nicht genau, was du meinst, wenn du sagst, wer eigentlich von euch beiden das Stöckchen wirft :?: Du meinst, Gefühl oder Verstand? So war das nicht gemeint. ;-) Die Stöckchen werden oft in meinem Umfeld geworfen. Mein Bild mit dem Hund heisst nur, dass mein Verstand mir folgen und mich nicht beherrschen soll. Deswegen der Vergleich mit dem Hund. Weil da noch Wichtigeres ist in mir, auf das ich hören mag. Wenn aber der Hund nur rumkläfft und aufs nächste Stöckchen wartet, so kann ich meine innere Stimme nicht hören…. Und wen meintest du mit dem armen Kerl dazwischen :?
        Anscheinend haben wir nicht dieselben Bilder. Macht nichts.

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      • Heute war wirklich ein ganz verrückter Tag. Und ich finde es schön, dass du sich nochmal meldest. Ich gebe dir ein klares Bild von meinem Bild. Hoffentlich. In denRollen:

        1. Der Verstand
        Oft voraus, oft verwirrt, oft ein kleiner Klugscheißer, ein Besserwisser und auch ein Manipulator

        2. Die Gefühle
        Warm, weich, verwirrt, manipulierbar, nicht rational und ohne sie wäre ein Leben nicht lebenswert

        3. Der Mann dazwischen
        Iwan, er vereint den Verstand und das Gefühl in sich. Der muss mehr oder weniger zusehen, wer von den beiden oben genannten die Oberhand gewinnt (das Stöckchen wirft). Er ist beides, aber ohne beides nichts.

        Und so sind wir Menschen. Wir planen, strukturieren und erleben und fühlen und leben. Die Balance dazwischen muss gefunden werden.

        Und als ich dich Fragte, wer das Stöckchen wirft, war es eine Frage nach dem Mensch. Bist du ein Gefühlsmensch oder ein Kopfmensch. Es tut mir ganz aufrichtig leid, wenn ich bei dir Verwirrung gestiftet habe. Ich habe es nicht so mit punktgenauen Aussagen. Ich spiele gerne mit Worten und manchmal geht es schief.

        Nicht weil ich Spaß daran habe, sondern weil mein Hirn irgendwie so strukturiert ist. Ich rechne (Mathematik) auch in Farben. Und du bist ein ganz helles Azur. Kein hellblau, das wäre zu fade. Ich gelobe Besserung.

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      • Gott sei Dank, endlich. Nachdem ich nun meinen Laptop neu aufgespielt habe (leider alles vergebens *aaargghhh*) habe ich gemerkt, dass es mit Gravatar zusammenhing. Die Namensänderung wurde nicht goutiert, mein Bildchen ist also wieder als „nurkeinschubidu“ unterwegs…. ;-)

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      • Also Antwort 1: Schöner Farbton, gefällt mir gut. Azur….. Hauptsache nicht fade… ;-)
        Danke für die Erklärung. Ich weiss jetzt was du meinst, kann das aber nicht (mehr) so sehen: Mein Gefühl und Verstand sind in meinem Bild eine Karaffe mit funkelnder Flüssigkeit. Immer eine Mischung, die sich je nach Bedarf in nullkommanix verändert. Manchmal mehr Gefühl, dann wieder mal mehr Verstand. Aber für mich eine Einheit, die ich nicht trennen mag.
        Den Hund schimpfe ich nicht mehr, er ist mein treu-ergebener Helfer…. ;-) Er holt fleissig alle Stöckchen, ob von mir geschmissen oder aus meinem Umfeld. Das ist nun mal seine Art, er kann nicht anders. Moderne östliche Philosophien möchten ja gerne das Ego zum Schweigen bringen. Ich denke, das geht gar nicht. Ohne Unterdrückung und Verdrängung wenigstens nicht. Und hier stelle ich für mich den Verstand gerne gleich mit dem Ego…..ungefähr…;-)
        Also Hund loben!! Brav Fido! Wenn ich ihn nur schimpfe, wird er eines Tages auf eigene Faust losziehen (wie ein Hund halt) und meine Herrschaft in Frage stellen….. (Kopfkino?)
        So, das war Antwort 1 ;-)

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      • Nun Leander, es ist schon wieder des nächtens….. ;-) Danke für den guten Morgen, das wird es hier schon bald mal… ;-) Dir eine gute Nacht……oder schon wieder guten Morgen? LG Iwan

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    • Montag morgen, 0730, A5, Rasthof Bruchsaal, letzter Espresso vor der Grenze ins Schwabenländle.
      Iwan, Du bist Schuld, dass ich dauernd an den Verstand denke, der Stöckchen holt. Ich liebe dieses Bild!
      Und daher muss ich jetzt mal ein Dicker Hund sein. Ihr dürft auch auf mir herumhacken:
      Mein Verstand ist ein Hund, der versucht, anderen dabei zu helfen im Garten ihres Verstandes Trüffel zu finden. Meist kriege ich Ärger, weil ich die schöne Oberfläche zerwühle!
      Wie schön, dass ihr Menschen sind, die nicht nur selber in ihrem Verstand wühlen, sondern auch so viel Interessantes darin findet.

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      • Guten Morgen, als alter Geocacher kenne ich so ziemlich jeden einzelnen Rastplatz auf meinen „Stammstrecken“. In Bruchsal, wenn ich mich richtig erinnere, ist der Cache an der großen Plakatwand zwischen Tanke und Raststätte. Und auf der Heimfahrt sind gegenüber zwei Stück. Und die sind wirklich super.

        Ein Spaziergang um den See und der andere ist eine echte Zeitmaschine. ;-) Mir gefällt die Idee mit dem Hund auch immer besser. Wo ich auch eher der „Wühlköter“ wäre.

        Oder ein Trüffelschwein, ich glaube eine Wildsau würde eher zu mir passen. Jetzt habe ich ganz viele Ideen im Kopf. Ich muss telefonieren. Genial!

        Und wieso gehen die Leerzeilen wieder? War wohl ein bug gestern.

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      • Lieber Leander, die Leute mögen die Unordnung in ihrem Garten nicht, das ist das, was ihnen zuerst auffällt, wenn du als Trüffelhund rumbuddelst. Wenn sie etwas warten, so kommen sie jedoch in den Genuss der Trüffel…..Und ab und zu darf ein Hund auch mal eine Trüüffel fressen, sozusagen als Belohnung…. ;-)

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  9. Sagt nicht die Reaktion des gegenübers mehr über ihn selber aus? Genau so wie die Farbe der Nägel wäre auch der aktuelle UV-index, der Aktienkurs, die Regenwahrscheinlichkeit oder die Tischfarbe ein mögliches Thema. Warum sucht er sich eben gerade deine Nägel aus?
    Das verrät sehr viel über ihn.

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      • Ich meine damit, dass die vielbeschworene Wahrheit ja (zumindest nach Watzlawik) nur in der Mathematik, Chemie und Physik besteht. Alles andere ist ja subjektiv gefärbt. Der Blinde erlebt die Synphonie anders als der Scharfsichtige und doch liegen beide im Genuß richtig

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      • Wenn ich mich richtig entsinne, dann ist der Herr Watzlawick, der nette Herr der jeden einzelnen meiner Kommunikationskurse symbolisch eröffnet hat. „Man kann nicht, nicht kommunizieren.“ Wobei in diesem Fall eine non-verbale Kommunikation angebrachter gewesen wäre. Ein Lächeln sagt dann doch mehr, wie 1000 Wörter.

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