Wieviel ist ein Leben wert?

Ich lese regelmäßig im Blog von Gedankenteiler. Sie stellte vor kurzer Zeit die Frage: „Wieviel ist ein Leben wert?“ In diesem Beitrag ging es unter anderem um den kleinen Kapitän Teufelsirgendwas, ein Fisch.

Ihre Eingangsfrage blieb bis heute an mir kleben wie Kaugummi. Mein Kopf fing an zu rattern und es kamen Unmengen an Fragen hinzu. Dann liegt man in der Badewanne, weil man mehr oder weniger von einem Hund hereingetrieben wurde und dann kommt die Frage wieder hoch.

Wieviel ist ein Leben wert?
Gibt es Leben die wertvoller sind als andere?
Wie bemessen wir ein Leben?
Wer entscheidet wessen Leben lebenswert ist
Wer hat das Recht einem Leben einen Preis anzuheften?

Und zuletzt die Fragen der Fragen:

Was ist mein Leben wert?
Ist mein Leben mehr wert, als das von anderen?
Welche Parameter lege ich der Wertigkeit zugrunde?
Darf ich mir persönlich einen Preis anheften?
Können wir überhaupt objektiv unser Leben beurteilen?

Ich kann nur wenige Fragen für mich beantworten, aber ich werde hierher immer wieder zurückkommen, um mal darüber nachzudenken.

Eure Julusch

P.S. Meine liebe Schaukelmaus! Ich kenne dich und fang erst gar nicht an, über eine einzige dieser Fragen nachzudenken. Die Strafe die dich sonst ereilt, wird sehr grausam sein. Und dann wirst du darum betteln, ich möge doch nur eine Ananas benutzen.

 

17 Gedanken zu “Wieviel ist ein Leben wert?

  1. Vielleicht muss man das Stöckchen ja auch entzwei brechen: Objektiv gesehen sind natürlich alle Leben gleichviel Wert. Ich glaube, da würde auch niemand widersprechen.

    Subjektiv, aus meiner Warte heraus gesehen, bin ich mir am Wichtigsten! Und das hat dann nichts mit „lebenswert“ zu tun. Ich bin mir wichtiger, als Andere.

    Irgendwo las ich mal was von egoistischem Altruismus. Also, mir selbst der Nächste sein, damit es mir gut geht und erst DANN, wenn es mir gut geht, kann ich andern helfen.

    Beispiel: Nützt es was, wenn ich unglücklich verheiratet bin, wenn ich als Ehepaar zusammenbleibe, wegen den Kindern? Geht es den KIndern nicht besser, wenn ich mich trenne und dann glücklicher bin? Haben die Kinder nicht mehr von glücklichen Eltern?

    Theoretisch ist alles immer einfach zu beantworten. In der Praxis dürfen wir immer von neuem abwägen, was besser ist: Für mich, für mein Gegenüber, für alle. Und bei glücklichen Menschen fällt mir halt auf, dass sie in ihrem Umfeld Glück und Zufriedenheit verstreuen und zwar deshalb, weil sie auf sich schauen :-)

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    • Ich lebe wieder. Juhu! Wenn man ohne Vorwarnung das Internet entzogen bekommt, dann fühlt man sich ganz schön verloren. Geht schnell mit der Technik heute.

      Jetzt kann ich auch endlich die ganzen Kommentare beantworten.

      Egoistischem Altruismus – ein Widerspruch in sich, aber durchaus nachvollziehbar. Du musst egoistisch sein um altruistisch zu werden. Das passt dann wiederum zusammen. Ich bin auch der fersten Überzeugung, dass du Zufrieden sein musst, um positiv auf deine Umwelt Einfluss nehmen zu können.

      Das lässt mich wiederum an Energievampire denken. So oder so, muss man auch eine ganze Menge vor der eigenen Tür kehren und dann kann man dem Nachbarn helfen.

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      • Danke Iwan!

        Nein, ich war freiwillig für drei Tage in Berlin und den Rest der Zeit verbrachte ich damit, die Telecom davon zu überzeugen, dass ich NICHT FREIWILLIG auf Internet, Telefon und TV verzichte. Seit heute Nachmittag bin ich wieder am „Saft“. ;-)

        Gruß Julusch

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  2. Ist nicht mein Leben das wert, welchen Wert ich ihm verleihe? Indem ich es mit dem fülle, was mir wichtig und wertig ist…

    Ulrichs Gedanke gefällt mir auch. Wenn ich in der Lage bin, durch mein Sein, ohne mich verbiegen zu müssen, das Leben anderer wertiger zu machen, dann erfüllt mich das mit Freude und Sinnhaftigkeit. Und umgekehrt macht es mich glücklich, wenn andere durch ihr Sein mein Leben bereichern. Weil… niemand ist eine Insel.

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    • Ja, mein Leben hat genau den Wert, dem ich ihm verleihen. Und sicher auch das Deine für Dich.

      Um keinen Diskussion anzufangen, müsste man sagen. Das jedes Leben wertvoll ist und wir keine Gewichtung vornehmen dürfen. Das kann ich für mich nicht unterschreiben. Ich habe gestern noch lange darüber nachgedacht. Und festgestellt das ich doch gewichtet.

      Aber es fällt mir schwer, mich und mein Leben, in Relation zu anderen zu stellen. Ist auch schwere Kost irgendwie. Ich sollte meinen Kopf lieber ein anderes Stöckchen holen lassen.

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      • Verstehe ich dich richtig, dass du dazu neigst, innerlich zu (be-)werten, dir das aber eigentlich nicht so recht zugestehst?

        Warum muss man sein Leben in Relation zu anderen stellen? Vielleicht sind sie gar nicht vergleichbar und bei einem Vergleich kommt jede Seite schlecht weg?!

        Ach, es gibt bestimmt einen Grund, warum dein Kopf gerade dieses Stöckchen angeschleppt hat. Da gibt es bestimmt was für dich zu entdecken, das dich weiter bringt. Ohne es verkrampft zu suchen.

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      • Hallo Marion, ich bin zurück von meiner Rundreise und kommen jetzt endlich zum antworten. Ich bewerte durchaus und immer. Unangenehm ist mir das nicht. Wir bewerten immer alles und jeden. Die Äpfel im Supermarkt, Filme die wir sehen und Blogbeiträge. Vielleicht hattest du mit deinem letzten Satz recht. Ich habe mich durchaus in den letzten Tagen sehr ausführlich mit einem Thema beschäftigt.

        Lieben Gruß Julusch

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      • Liebe Julusch,

        ich verstehe und kann das gut so stehen lassen, außer…

        Mit WIR (bewerten immer alles und jeden) fühle ich mich nicht eingeschlossen, jedenfalls nicht immer. Ich bin in einem stark bewertenden Umfeld aufgewachsen, wo alles entweder gut oder böse war, weiß oder schwarz, Wahrheit oder Unwahrheit, dazwischen gab es nichts. Und ich hatte natürlich ausschließlich gut zu sein. Ich hab das später hinterfragen müssen und entdeckt, dass mir das bei vielem im Wege steht; dass ich mich dadurch mit anderen Menschen nicht unbedingt mehr verbunden fühle; dass ich anderen dadurch nicht unbedingt positiver gegenüber treten kann. Und ich hab hinterfragt, wem ich mit dem „gut sein müssen“ wirklich nütze. Je mehr ich mir selbst erlaubte, mehr ich selbst zu sein anstatt nach einem fremdbestimmten Wertesystem zu funktionierten, je mehr ich mir erlaubte das zu tun und zu lassen, zu denken und fühlen, was wirklich zu mir gehört, wohinter ich stehen kann, umso gelassener konnte ich mit scheinbaren Schwächen und Fehlern anderer umgehen, ohne sie dafür immer gleich bewerten zu müssen. Und wenn ich aufhöre, scheinbare Schwächen und Fehler zu bewerten, werde ich automatisch auch gelassener gegenüber Bewertungen nach Leistung, Schönheit etc.

        Aber das soll nichts über dich aussagen, sondern ist meine ganz persönliche Perspektive zu dem Thema und vielleicht sprechen wir mit Bewerten auch gar nicht vom gleichen.

        Ich wünsch dir entspanntes daheim ankommen und eine gute Zeit.

        Lieben Gruß, Marion

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      • Hallo Marion,

        ich bin da ganz deiner Meinung. Was wären die Menschen ohne ihre kleinen „Fehler und Macken“? Langweilig. Das macht es zumindest für mich aus, wenn ich neue Menschen kennenlerne. Ihr Kanten, Ecken, Riffel, Wellen, die glatten und die zerfurchten Stellen einer Persönlichkeit, machen für mich die Person aus.

        Ich bewerte nicht auf diese Ebene. Im Gegenteil. Viele Menschen mag ich genau wegen ihren Macken, was auch als Wort dafür zu negativ behaftet ist.

        Ich male das schwarz und weiß und globaler.

        Ach ist das schön wieder schreiben zu können. Aber ich war nicht untätig. Durch die „Zwangspause“ nach meinem Ausflug habe ich doch tatsächlich mein 70.000 Zeichen Manifest fertig. Es bleibt noch ein paar Tage in der Schublade und dann darf es davon fliegen.

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      • Hallo Julusch,

        intuitiv glaub ich zu wissen, was deine Definition von bewerten ist. Mit dem Kopf könnte ich es jetzt schwer in eigene Worte fassen. Aus deiner Perspektive gesehen ist es was, das zum Alltag gehört, sein und bleiben darf. Ich finde dein positives Menschenbild sehr erfrischend.

        Andere Frage: Warst du krank? Welches Manifest? Du wirst zu gegebener Zeit berichten, nehme ich an…

        LG, Marion

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      • Nein, ich war drei Tage in Berlin und dann Zwangskastriert von der Telecom.

        Ich habe vor einiger Zeit einen Beitrag über „Schwarzware“ geschrieben und jetzt die Lösung für mein „Problem“ gefunden.

        Ich schreibe einfach alles in der Kurzfassung auf. Das ergibt derzeit 70.000 Zeichen. Dazwischen, irgendwo ist dann alles geschwärzte drin. Verstecke etwas, indem du es offen hinlegst. ;-)

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      • Anscheinend – wenn man es aus dieser Sicht betrachtet, dann hast du vollkommen recht. Und da zeigt sich wieder: Für ebbes is es imme gut :-)

        Aber Internet, Telefon und Fernsehen auf einmal zu verlieren war schon bitter. Ich habe sogar die Ablage der letzten Jahre nachgeholt. Jungfräulich rein sind alle meine Fächer.

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      • Das klingt nach echtem Notstand, ich kann es mir vorstellen. Plötzlich so abgehängt zu sein ist schon recht seltsam, das sind wir nicht mehr gewöhnt und wollen uns auch gar nicht dran gewöhnen. Errungenschaft ist Errungenschaft.

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    • Die Frage der Fragen ist auf das eigene Leben bezogen, weil ich denke, dass es uns leichter fällt anderen einen Stempel auszudrücken oder ein Preisschild umzuhängen. Gerechtfertigt oder nicht. Mir zumindest, fällt es bei mir persönlich schwerer.

      Wenn ich es wirklich tun müsste, was gibt mir dann das Recht, mich über andere zu erheben? Aber auch, warum sollte mein Leben weniger Wert sein als ein anderes?

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