Freund oder Feind: Ersatzbefriedigung

Wenn mich heute jemand fragen würde: „Julusch, was muss passieren damit es dir besser geht? Was könntest du tun? Was könnten andere tun? Wonach sehnst du dich?“ Dann müsste ich nicht lange überlegen.

  1. Geschwärzt
  2. Geocachen. Viel Geocachen. Irgendwas krankes.
  3. Geschwärzt

Tja nun, es steht weder Option 1 und gerade auch nicht Option 2 oder 3 zur Verfügung. Warum?

Weil Option Nummer 1 nicht von mir steuerbar ist. Weil der nächste großer Geocaching Ausflug geplant ist, aber ich mich noch etwas gedulden muss. Und weil die Option Nummer 3 so dumm wäre, dass jeder der mich kennt, die Hände über dem Kopf zusammenschlagen würde. Ähm, und jeder der mich nicht kennt, aber meinen Blog liest, ebenso.

Was natürlich nicht bedeutet, dass ich es nicht machen würde. Theoretisch. Vielleicht. Ein bisschen. Irgendwann. Nur so kurz. Wirklich kurz. Wenn’s hilft. Man kann es ja mal versuchen, oder? In anderen Worten ausgedrückt: Manche Menschen (in dem Fall ich) sind einfach zu dumm, um aus ihren Fehlern zu lernen. Mehrfach. Aber, und das muss man in die positive Waagschale werfen, ich weiß es zumindest.

Vorhin rief mich Fifer an, wohl etwas erschrocken von dem letzten Beitrag, der ich versicherte, dass es wirklich nicht um mein Inneres ging. Aber beglückt von meiner neuen Erkenntnis, habe ihr aber von meiner schaue-was-ich-machen-kann-damit-es-mir-besser-geht-Idee berichtet, damit es mir irgendwann nicht auch so ergeht. Sie war nicht wirklich begeistert, um es freundlich zu formulieren. Sie sagte so ziemlich genau:

„Nein Pearl, suche dir eine Ersatzbefriedigung. Das geht nicht.“
„Ersatzbefriedigung?  Und woher soll die kommen? Ich kann sie mir nicht aus dem Hut ziehen.“
„Dann streng dich halt mehr an.“

Ersatzbefriedigung. Wenn ich wüsste woher ich die zaubern soll, dann hätte ich es längst getan. Natürlich sollte man in sich selbst ruhen. Natürlich sollte man sich nicht in Abhängigkeiten begeben. Natürlich dies und natürlich jenes. Aber dieses Wort hat sich in meinem Kopf festgebissen. Ersatzbefriedigung. Ich sitze heute Abend auf meinem Bett, mit einem Glas Rotwein in der Hand und denke nach.

Ersatzbefriedigung. Alkohol? Nein. Kerzenlicht? Nein. Mein Bett? Ein Traum aber nein. E-Zigarette? Ist schon eine Ersatzbefriedigung.

Was bleibt dann noch? Liebe. Anerkennung. Unterstützung. Geborgenheit. Elefanten. Wie lange noch?

Mein Kopf beginnt sich zu bewegen. Ich hätte diesen Beitrag schon früher schreiben sollen. Die letzten Tage waren sehr, sehr unangenehm und ich habe den „Schweinehund“ erst heute durch diesen Beitrag zu fassen bekommen.

Ersatzbefriedigung. Es gibt Situationen, Menschen, Süchte und Vorlieben für die man niemals eine Ersatzbefriedigung finden kann. Niemals. Hatte ich schon erwähnt, dass das Leben kein Ponyhof ist? Nein? Überraschung. Entschuldigt bitte mein Durcheinander in diesem Beitrag. Meine Gedankensprünge waren oft wohl etwas zu weit.

Das wäre ein guter Schlusssatz gewesen, aber ich muss noch etwas hinzufügen.

Britta, mein Schatz. Nein ich werde dir nicht sagen welche Option das ist, weil du dann persönlich vorbeikommst und mir den Hintern versohlst. Dein … „ah Julusch“ … habe ich auch so schon im Ohr. Manche Menschen lernen es eben nie. Hochmut kommt vor dem Fall, aber wer schon soweit gefallen ist, den schrecken die letzten Meter auch nicht mehr ab.

Ich verabschiede mit einem Lächeln im Gesicht und gehe mal schauen, in welcher Schublade ich meinen Stolz verlegt habe. Ich werde berichten.

Euer Julusch

8 Kommentare

  1. Ich glaube nicht, liebe Julusch, dass manche Menschen zu dumm sind um aus ihren Fehlern zu lernen. Und ich glaube auch nicht, dass es bei dir so ist. Jeder Mensch lernt in seinem eigenen Tempo und auf seine eigene Art. Es spielt keine Rolle wie lang es dauert und wie es im Detail aussieht.

    Würdest du dumm mit unvernünftig gleichsetzen? Ich glaube, manchmal muss man etwas tun, was man selbst für dumm hält oder wovon man glaubt, alle anderen würden es für dumm halten. Manchmal muss man tun was man tun muss. Und wenn es ist, um sich heraus zu katapultieren aus all dem, was man angeblich sollte und müsste und was weiß ich.

    Ich wünsch dir viele dumme Ideen und den Mut sowie die Freude daran, vorerst wenigstens eine davon auszuprobieren. Manchmal kann es verdammt Spaß machen, etwas unvernünftigtes zu tun.

    Liebe Grüße
    Marion

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Marion,

      du hast es auf den Punkt gebracht. Dumm kann man in diesem Fall wirklich mit unvernünftig übersetzen. Hochgradig unvernünftig. Aber an diesem Punkt bin ich noch nicht ganz. Mir geht es im Moment sehr schlecht, aber anscheinend noch nicht schlecht genug, um das letzte bisschen an verbliebener Würde über Bord zu werfen. Ich muss mir im Spiegel noch in die Augen schauen können.

      Und so schleppe ich mich von Tag zu Tag. Von Gedanke zu Gedanke. Von Sehnsucht zu Sehnsucht. Von Angst zu Angst.

      Auch in dem Punkt, dass man auch mal was unvernünftiges tun soll, stimme ich dir voll zu. Wäre das Leben sonst nicht langweilig? Ich traue mich in diesem speziellen Fall jedoch noch nicht weiter. Damit muss ich in meinem Kopf noch ein bisschen spazieren gehen.

      Lieben Gruß
      Julusch

      Gefällt 1 Person

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