Pilotprojekt OPEN DOORS

*** Eine Anmerkung zu diesem Beitrag: Es sind nun zwei Monate vergangen und ratet mal wie viele kamen.Niemand. ***

Bereits im Kindergarten war es so, dass ich Termine für meine Tochter vereinbaren musste, wenn sie zu einer Freundin wollte. Und natürlich war ein gewisser Vorlauf nötig – spontan ging eigentlich fast nichts.

Wann kam es zu diesem Bruch in den Generationen? Warum muss eine Kindheit über einen Kalender geregelt werden? Ich habe bis heute nicht verstanden, warum man nicht einfach zur Freundin gehen kann, klingelt und sie zum Spielen abholt. Gilt das wirklich als unhöflich? Ist es jetzt wirklich so weit gekommen? Ja?

Vielleicht gehöre ich jetzt zur „früher war alles besser“ Fraktion. Gummitwist, Himmel und Hölle, Abzählreime und Murmeln sind mittlerweile „old school“. Snapchat, Instagram und Facebook bestimmen das Leben der Kids & Teenies. Sicher wird es regionale Unterschiede geben inwieweit die Digitalisierung voran geschritten ist, doch am Ende wird sie uns alle einholen.

Und dann passierte etwas. Vor einigen Tagen bekam ich relativ spontan Besuch. Ich konnte mich gar nicht mehr daran erinnern, wann ich davor den letzten Besucher zu Gast hatte. Und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen.

… ich war ebenfalls zu einem „Kalender-Dater“ mutiert. Während ich über die Terminpläne der Anderen und ihren Kindern lästerte, führte ich ebenfalls ein Leben strikt nach Kalenderwochen und Zeitabschnitten. Upps.

Ich würde nun gerne etwas ausprobieren was. Ich öffne meine Haustüren – sinnbildlich – für jeden. Für jeden der mich kennt und weiß wo ich wohne.

Du hast noch 30 Minuten vor einem Termin zeit, dann komm auf einen Kaffee vorbei.
Lust ein bisschen zu tratschen und zu lachen. Hopp, hopp, mache dich einfach auf den Weg zu mir.
Langweiliger Abend? Du weißt wo ich wohne.

Meine Herausforderung besteht jetzt darin, dass ich nicht 24 Stunden am Tag und 7 Tage in der Woche zuhause bin. Natürlich werde ich auch nicht ins Web stellen, wann ich da bin und wann nicht. Okay, dann bleibt nur eines … kurze Information per WhatsApp oder SMS oder Call an mich, und ich sage DIR ob ich zuhause bin. Das nimmt dem ganzen zwar die Überraschung – aber es ist das einzige was mir spontan einfällt. Wäre das ein Deal oder hat jemand eine andere kluge Idee?

Ich bin wirklich gespannt ob nur ein einziger diese Option nutzen wird. Wie in alten Zeiten – als die Welt noch ein Ponyhof war, und wir uns in Scharen in den Kinder-/Teenie-Zimmern herumgedrückt haben. Ich lasse mich überraschen und freue mich über jeden einzelnen Spontanbesucher.

Eure Julusch

P.S. Ich bin seit 10 Jahren nicht umgezogen, also immer noch an Ort und Stelle zu finden.

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