Freund oder Feind: Surface vs. Schwabe

Das Leben und deren Ereignisse sind oftmals schneller als ich. In der vergangenen Woche habe ich bereits fünf Blogbeiträge fertig geschrieben und sie warten nur noch auf die Veröffentlichung. Nach einem Anruf am heutigen Tag stellte ich FAST zu meinem Bedauern fest, dass ich einen ganzen Blog umschreiben muss. Die Tatsache an sich ist sehr positiv, denn es war ein kleiner Meilenstein im Leben von Schaukelmaus (sorry, ein anderer doofer Name ist mir gerade nicht eingefallen).

Aber jetzt erst mal von Anfang an. Ich kenne da jemanden, der jemanden kennt, dessen Cousin einen Nachbarn hat, der wiederum eine Tante hat und der Freund der Freundin der Tante, hat auch eine Schwester und um deren Freundin Schaukelmaus geht es hier.

Jedenfalls ist sie eindeutig einer der Gründe, warum dieser Blog eine Sparte „Freund oder Feind“ hat. Sie ist ein wirklich gebildetes Wesen, sie ist herzensgut und liebevoll. Eine gute Mutter, Ehefrau und auch Freundin. Sie gehört zu den Menschen, die als erstes immer das Gute in einem sehen. Sie hat nur ein einziges gravierendes Manko und das treibt mich oft an den Rand der Verzweiflung. All diese genannten Eigenschaften spricht sie sich selber komplett ab. Und das treibt sie zeitweise soweit, dass ich das Bedürfnis bekomme sie mit ihrem Kopf gegen die Wand zu hauen. Solange bis sie es lernt und einsieht. Ich lehne Gewalt in jeder Art und Weise ab, daher will das schon was heißen. Ach nein, noch eine Kleinigkeit – sie erkennt Satire, Sarkasmus und Ironie nicht wirklich sofort. Um ihr einen Gefallen zu tun, werde ich diverse Passagen zukünftig markieren.

Nehmen wir mal die Geschichte: „Wie der Schwabe zum Surface kam“

Ich bin ein riesen Fan des neuen Surface 3 Pro. So ein großer Fan, dass ich Pipi in den Augen habe vor Vorfreude auf mein neues Gerät. Ich neige dann dazu, die ganze Welt an meiner Vorfreude teilhaben zu lassen. Während ich die Tage zum release zählte, habe ich natürlich das eine oder andere mal das Gerät gaaaaaanz beiläufig erwähnt. Da ihr derzeitiger Rechner im Sterben liegt, begab es sich das sie auch gerne so ein Gerät ihr eigen nennen würde. Nicht unbedingt in der High-Level Variante, aber doch ein smartes Arbeitsgerät.

Wir witzelten wochenlang darüber, wie man ihren Gatten so ein Gerät unterschieben könnte. Ohne das ich wirklich die Anschaffung in Frage gestellt habe. Dann kam der Tag der Tage als Schaukelmaus laut bekannt gab, dass sie gerne als nächstes Device ein Surface hätte. Die Reaktion ihres Göttergatten ist beispielhaft für viele diese Gespräche. Er: „Nein! Natürlich sagt dir Julusch das es das beste Gerät ist. Sie arbeitet ja auch für Microsoft. Sie findet doch alles gut was von Microsoft kommt. Wir fahren zum Media Markt und lassen uns beraten.“ Sie: „Okay!“

KLATSCH! Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr am liebsten in die Tischkante beißen würdet? Bis hin zu dem Gefühl, sich die Haare zu raufen und zu schreien.

Wenn ich diese Art von Konversation verfolgen darf oder diese mir weiter gegeben werden, dann ist das genau der Moment an dem ich kaum an mich halten kann.

Es gibt bei mir immer nur drei mögliche Reaktionen:

  1. Ich stimme meinem Gegenüber zu
  2. Ich mache mein Gegenüber darauf aufmerksam, dass ich anderer Meinung bin
  3. Ich kommentiere das Gehörte nicht. Das ist der Moment an dem es kritisch wird

Bevor ich mich für eine Reaktion entscheide, versuche ich zu reflektieren warum die Person mir das sagt. So wie ich es in dem Beitrag Freund oder Feind aus einem anderen Blickwinkel (http://wp.me/p54NNQ-1w) beschrieben habe.

In diesem Fall war es eine ganz deutliche Nummer 2. Es ging in erster Linie nicht um die Tatsache das er alle meine Aussagen in Frage stellt, sondern um die Tatsache das Schaukelmaus zu viel schluckt. Wir führten bereits eine Diskussion darüber, dass sie sich bei allem zurück nimmt. Immer und immer wieder und er dieses nicht zu würdigen weiß bzw. erst gar nicht wirklich wahrnimmt. Ich stellte ihr eine Frage: „Wenn Herr Schaukelmaus einen wirklichen Wunsch hat, dann würdest du ihm doch nicht den Wunsch verwehren, oder?“ Sie bestätigte diese Aussage. Also fuhr ich fort: „Wieso darf er dann für dich entscheiden ob du etwas haben möchtest oder nicht?“ Danach habe ich das Thema nicht mehr angerührt.

Schon klar, es geht mich wirklich nichts an wie andere ihre Ehe führen. Ich habe mich da auch nicht einzumischen und schon gar nicht den Querulanten zu spielen. Geht es uns allen aber nicht manchmal so? Wenn eine Person, die DIR (ja du – der das gerade liest) am Herzen liegt, sich permanent unter ihren eigenen Scheffel stellt, kannst du dann immer an dich halten? Ich kann es nicht und das ist das Leid das meine Freunde ertragen müssen. Sicher ist das auch ein Grund, warum viele Freundschaften und Bekanntschaften zerbrochen sind. Es gibt wirklich wenige Menschen die gehörte Sachen richtig aufnehmen und bewerten können. Die meisten empfinden es als Kritik an der eigenen Person und reagieren oftmals ungehalten.

Jedenfalls gehört Herr Schaukelmaus zu meinen Top 3 Kandidaten im „Kopf gegen die Wand hauen“. Nicht weil er ein schlechter Mensch ist, sondern weil er im Gegenteil wirklich ein richtig netter Kerl ist. Er merkt einfach oft nicht, dass er seine Frau wie ein dummes Kleinkind bevormundet. Und sie teilt es ihm einfach nicht mit. *seuftz*

Seit dem sind nun einige Tage vergangen und heute erreichte mich tatsächlich die Nachricht, dass Schaukelmaus ihrem Göttergatten mitgeteilt hat, dass ein Surface ihr persönlicher Wunsch ist und sie genau dieses Device haben möchte. Nachdem er eine halbe Stunde gegrummelt hat, meinte er doch tatsächlich, dass sie ein Surface haben darf.

KLATSCH! Über das Wort „DARF“ komme ich nur schwer hinweg ….

Es kommt aber nur auf das Endergebnis an. Sie war absolut überrascht von seiner Reaktion (ich sagte ja, er ist eigentlich ein netter Kerl). Und das positive Gefühl das sich bei ihr eingestellt hat, ernst genommen zu werden und das ihre Wünsche respektiert werden ist UNBEZAHLBAR!

Also ihr da draußen, sollte euer Partner nicht durch und durch ein „spezieller Charakter“ sein, dann denkt an die alte Lebensweisheit: Nur dem Sprechenden kann geholfen werden.

Eure Julusch

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